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Ein Löwe wird geborgen

Am 28.August 2019 wird die Löwenskulptur auf der Nordostseite der Anna-Ebert-Brücke demontiert und in das Baufeld transportiert

Restauratorin Frau Grimm-Remus schreibt dazu:

Ein wesentliches Gestaltungsmerkmal der Anna-Ebert- Brücke waren ohne Zweifel die Brückenkopfskulpturen, vier monumentale Löwen. Die von Emil Hundrieser[1] geschaffenen Skulpturen waren auf den Landpfeilern aufgesetzt.

In situ ist heute nur der Löwe mit dem Wappen Königreich Preußen auf der NO-Seite erhalten.

Diese Löwenskulptur befindet sich in einem sehr schlechten Zustand. Deshalb wurde sie, nach einer konservatorischen Vorsicherung des fragilen SavonnièresKalksteins, am 28.08.2019 demontiert.

Hierzu wurde die Fuge unter der Plinthe geöffnet und ein eigens angefertigtes Metallgestell unter die Fuge geschoben. So konnte sie nahezu berührungslos mit dem Kran gehoben und zur weiteren konservatorischen Bearbeitung in das Baufeld transportiert werden.

Hier erfolgen als nächstes Festigkeitsuntersuchungen am Kalkstein.

Auch die beiden bereits früher demontierten und noch erhaltenen Löwen werden konserviert und sollen, wenn möglich, wieder aufgestellt werden. Der vierte, verlustige Löwe muss rekonstruiert werden.

 

Auf der SO- Seite befand sich ein Löwe mit dem Wappen des Deutschen Reiches. Diese Skulptur wurde bereits demontiert und befindet sich heute, nach einigen Zwischenstationen im Lager des Tiefbauamtes in Rothensee. Die Skulptur wurde im Jahr 2003 von einem Steinbildhauermeister im Rahmen seiner Ausbildung z.T. konserviert und ergänzt.

Auf der NW- Seite fand der Löwe mit dem Magdeburger Stadtwappen seine Aufstellung (welcher nach dem Krieg wohl auf die SW versetzt wurde). Auch diese Skulptur wurde bereits demontiert und ist heute in einem weiterhin schlechten Zustand ein Bestand des Lapidariums in Alt Salbke.

Die ehemals im SW befindliche Löwenskulptur mit dem Wappen Sachsens (oder Rosette mit 1882?) ist heute verlustig. Sie wurde zwar 1995 als Torso aus der Elbe geborgen, aber leider entsorgt.



[1] Emil Richard Franz Hundrieser (* 13. Januar 1846 in Königsberg; † 30. Januar 1911 in Berlin) war ein deutscher Bildhauer der wilhelminischen Zeit. Hundrieser studierte von 1865 bis 1868 an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin. 1892 wurde er als Mitglied in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen und übernahm 1895 dort eine Professur. 1905 wurde Hundrieser zum Direktor des Rauch-Museums berufen. Er schuf vorwiegend Statuen und Figuren für öffentliche Plätze und Gebäude.

Hier Fotos der Bergung von Frau Grimm-Remus:

190828-142732-AnnaEbert-Löwe
190828-142828-AnnaEbert-Löwe
190828-142953-AnnaEbert-Löwe
190828-143050-AnnaEbert-Löwe
190828-143100-AnnaEbert-Löwe
190828-143144-AnnaEbert-Löwe
190828-143235-AnnaEbert-Löwe
190828-143408-AnnaEbert-Löwe
190828-143533-AnnaEbert-Löwe
190828-143646-AnnaEbert-Löwe
190828-143857-AnnaEbert-Löwe
190828-143941-AnnaEbert-Löwe
190828-144917-AnnaEbert-Löwe
190828-145035-AnnaEbert-Löwe
190828-145257-AnnaEbert-Löwe
190828-145559-AnnaEbert-Löwe