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Skulptur Gewächshaus, 1996/2005

mehrere Künstler

Skulptur Gewächshaus © Saskia Hubert
© Saskia Hubert

Während Ian Hamilton Finlay lediglich auf gedanklicher, metaphorischer Ebene auf die Natur verweist, ist in der Gemeinschaftsarbeit der Künstler Olaf Wegewitz, Johanna Bartl und Wieland Krause lebendige Natur Teil des künstlerischen Kalküls.

Das Skelett des Gewächshauses, dessen umgrenzter Innenraum seit seiner Installation im Jahr 2005 der natürlichen Sukzession überlassen ist, stammt aus einer 1997 endgültig aufgegebenen Gewächshausanlage in Vockerode nahe Wörlitz, der ein wesentlicher, an das dortige Großkraftwerk angebundener Standort der industriellen Pflanzenproduktion in der DDR gewesen ist. Die Skulptur GEWÄCHSHAUS ist Teil eines unabgeschlossenen Projektes, das auf einer dafür eingerichteten Website (www.prozess-skulptur-gewaechshaus.de) und ein im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen aufbewahrtes Archiv permanent erweitert bzw. dokumentiert wird. Der Inhalt des Archivs bzw. der Website reicht von Fundstücken aus der historischen Anlage über Interviews mit ehemaligen Beschäftigen, einem Videotape, das eine Umfahrung der dem Untergang geweihten Gewächshausanlage Vockerode im Jahr 2000 zum Gegenstand hat bis zu Fotodokumenten aus jüngster Zeit, etwa über den Fortschritt der in das Gewächshaus eindringenden Varietäten und des Pflanzenwachstums.

Darüber hinaus gab und gibt es zahlreiche Weiterungen durch individuelle Beiträge der beteiligten Künstler, die sich auf das gemeinsame Projekt beziehen. So brachte Johanna Bartl 2005 zehn Betonplatten, 5 davon mit den eingravierten Worten LEBEN NORM ARBEIT ZEIT FREI, in den benachbarten Rasen ein. Recht schnell überwuchsen sie, wurden unsichtbar und werden sich schließlich auflösen, da sie aus einem diesbezüglich modifizierten Beton bestehen. Dieser Verlauf zeichnet im Zeitraffer vor, was auch der Skulptur GEWÄCHSHAUS in gewisser Weise bevorsteht. Im Unterschied zu allen anderen Werken, die heute im Skulpturenpark versammelt sind, ist ihr Veränderung und teilweise Zerstörung/Auflösung ihrer Substanz als ein wesentliches künstlerisches Ziel implementiert. Indem Wegewitz/Bartl/Krause die Bestimmung des Gewächshauses umkehrten und aus einem Mittel zur Kontrolle ein künstlich begrenztes Reservat von Natur gemacht haben, haben sie den Charakter der Natur zu einem Teil ihres Werkes werden lassen. Vermutlich schneller als der natürliche Zerfall das ohnehin tun würde, wird der Pflanzenwuchs sich des Metallgerüsts bemächtigen, wird es sich einverleiben und schlussendlich verschwinden lassen, bis womöglich in ein-, zwei- oder vielleicht dreihundert Jahren nur noch ein streng beschnittenes Rechteck voller Wildnis und die einer fragwürdigen Ewigkeit entgegenkonservierten Archivalien von seiner einstigen Gestalt berichten. Aber das ist vielleicht schon wieder eine zu romantische Vorstellung.